erkennung

23.07.2016    Marion Boginski    "Klein(ich)keiten"

Leichtsinnigerweise leichtsinnig gesagt
Werden Sie nicht leichtsinnig, haben sie/er/ich leichtsinnigerweise gesagt.
Und sind nach dem Aussprechen sofort geholpert, gestolpert, gefallen.
Direkt hinein in das Wort. In die Wortsinnfrage.
L E I C H T S I N N I G
Jemand, der sich keine Gedanken darüber macht, was er tut. ...

Jemand, der keine allzu großen moralischen Skrupel hat.
Jemand, der fahrlässig, gewagt, riskant, sorglos, verantwortungslos handelt.
Das ist die Bedeutung heute, eine abwertende.
Jemand, der leichten Sinnes ist, der froh ist.
Das war die Bedeutung früher.
L E I C H T S I N N I G
Was für ein wunderbares Wort!
Leichten Sinnes durch die Welt spazieren, gehen, laufen, rennen, springen.
Frohen Mutes sein.
So ein schwebendes, so ein luftiges, so ein beschwingtes Wort!
Aber wo bitte ist der leichte Sinn hin?
Wiesoweshalbwarum ändert sich mit den Zeiten auch die Wortbedeutung?
Im 17. Jahrhundert soll der Sinn des Wortes umgeschlagen sein. Leichtsinnig ist von da an
der nicht Überlegende, Mangel an ernst Zeigende, steht im Grimmschen Wörterbuch.
Leichten Sinnes sein. Würden sie/er/ich gern wollen, sehr gern sogar.
Nicht schweren Mutes, sondern leichten Sinnes.
Was ist der Sinn, wenn die Wortbedeutung sich vom Positiven zum Negativen ändert?
Un-Sinn?
Sie/er/ich möchten den leichten Sinn zurück, möchten das Wort leichtsinnig zurück in
seiner ursprünglichem Bedeutung!
Möchten dieses wunderschöne Wort sinngemäß verwenden.
Leichtsinnig. Leichtsinniger. Am Leichtsinnigsten.
Lasst sie/ihn/mich leichten Sinnes leichtsinnig sein!
Jetzt! Sogleich! Sofort!


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